Erster Hilfskonvoi nach Griechenland im Juni 2016

Im Juni 2016 startete unser erster Hilfskonvoi. Die Initiativen "Refugees Welcome Karoviertel", "kids welcome", "Hanseatic Help e.V.", "Westwind Hamburg e.V." und "MORE THAN SHELTERS" haben sich in einem Bündnis zusammengetan, um Sach- und Geldspenden zu sammeln.
Wir waren mit drei Fahrzeugen unterwegs, die rund 8 Tonnen Hilfsgüter nach Griechenland gebracht haben. Da die Strecke über den Balkan als nicht sicher galt, sind wir mit der Fähre von Ancona nach Igoumenitsa gefahren.

Im Camp Karamanlis/Sindos hatten wir die Möglichkeit, eine große Lagerhalle des Schwizerchrüz zu nutzen, um unsere Ladung für den Bedarf der jeweiligen Camps sinnvoll zu sortieren. Außerdem konnten wir auch direkt einige Paletten mit Hygieneprodukten wie Windeln, Feuchttücher, Duschgel und mehr vor Ort übergeben.
Von dort aus ging es mit unserem kleineren Transporter direkt zum Militärcamp Frakaport. Leider wurden wir nicht auf das Gelände gelassen, so dass wir die Hilfsgüter vor dem Zaun übergeben mussten. Gemeinsam mit Geflüchteten organisierte das eine ehrenamtliche Helferin aus Berlin.

Das war eine nette Karavane, die da zu Fuss in das Camp wanderte.
Glücklicherweise ist das Schwizerchrüz auch hier mittlerweile aktiv.
 

Im Camp Karamanlis hatten wir auch die Möglichkeit, durch das Camp zu gehen, mit den Leuten zu sprechen und mit den Kindern zu spielen. So bekamen wir einen ersten Eindruck über die Lebensbedingungen vor Ort: Die Menschen leben in einer alten Ledergerberei in Zelten. Teilweise dienen Paletten als Schlafunterlage. Alles ist sehr, sehr einfach, und erinnert mehr an ein Camp irgendwo in der sogenannten dritten Welt, als dass man wirklich glauben könnte, dass es sich um ein europäisches Land handelt, in dem sich das Militärcamp befindet.

Die nächste Station war das Camp Softex in Thesssaloniki - mitten in einem Industriegebiet, unweit eines mit Natodraht umzäunten Gefängnisses. Bei Softex handelt es sich ebenfalls um ein Militärcamp. Ein Teil der Bewohner hat das große Glück, in der Halle untergekommen zu sein, andere bewohnen Zelte, die in der prallen Sonne stehen und auch sonst dem Wetter unmittelbar ausgeliefert sind.
Als wir dort waren, herrschten rund 40°C im Schatten.
Der Weg in die Stadt ist weit, es macht hier, wie auch an anderen Stellen, den Eindruck, dass die Menschen nicht zu sehr im griechischen Alltag auffallen sollen.

In Lagkadikia haben wir Hussam vom Team Jafra kennengelernt. Das Team organisiert dort unter anderem eine Schule, kümmert sich um vieles alltägliches für die Bewohner. Nachdem auch dieses Camp mit dringend benötigten Hilfsgütern versorgt wurde, hat man uns gefragt, ob wir Milch für die Kinder besorgen könnten. Von der Campleitung wird keine Milch ausgegeben und im Ort ist nur ein kleines Geschäft, das diese täglich benötigten Mengen an Milch nicht vorrätig hat. Also sind wir los und haben mit unseren Geldspenden fast 400 Liter gekauft und ins Camp gebracht.

Einen Teil unserer Hilfsgüter konnten wir im Warehouse Polikastro lagern, bzw. für die Weiterverteilung deponieren.
Auch die Domo-Zelte, die wir für Mari von Morethanshelters mitgebracht hatten, konnten wir hier übergeben.
An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Ingrid, die vor Ort die Unterstützung der Camps organisierte und an Tabea vom Support Convoi, die uns in vielerlei Hinsicht sehr geholfen hat, sowie an Ioannis Liebich, der uns mit Kontakten zu Ansprechpartnern versorgte.

Ohne unsere Spender und Unterstützer wäre das alles nicht möglich gewesen: Wir haben 100 Umzugskartons mit Hilfsgütern aus Rendsburg abgeholt, Kiel hat uns 4 Paletten geschickt und auch aus Flensburg wurden Sachspenden geliefert. Zur mobilen Abgabestelle von WestWind im Karolinenviertel brachten viele hilfsbereite Menschen Taschen und Kartons mit dringend benötigten Sachspenden, wie Babynahrung, Sonnenschutz, Insektenmittel, Schuhen und vielem mehr.
Nicht zu vergesssen ist hier auch noch Hanseatic Help, die unsere LKW´s mit Hilfsgütern aufgefüllt haben, wo noch Platz war.
Herzlichen Dank Euch allen!

 



 

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© Christian Grosseholz