Medizinische Hilfsgüter & mehr

Unsere bisherigen Transporte richteten sich ganz klar an die in Griechenland gestrandeten Geflüchteten, die durch die Schliessung der Grenzen im Winter 2015/2016 Griechenland nicht mehr verlassen konnten.
In Idomeni und auch anderswo warteten tausende Menschen in wilden Camps auf die Möglichkeit, weiter ziehen zu können.
Die Camps wurden im Sommer 2016 geräumt, es wurden Militärcamps eingerichtet, in denen die Geflüchteten eher schlecht als recht untergebracht wurden.
Es fehlte an allem: Decken, Lebensmittel, Wasser, Hygieneartikel, Verbandsstoffe und so weiter. Griechenland konnte die Aufnahme der tausenden Geflüchteten nicht stemmen.
Es gab eine breite Welle der Solidarität, viele unabhängige Gruppen und  Organisationen halfen vor Ort.
So auch der Hamburger Hilfskonvoi.
Die Situation hat sich nur an der Oberfläche verändert, immer mehr Menschen werden in Wohnungen untergebracht, was natürlich klasse ist. Allerdings kommen die Menschen nicht mehr so einfach an die Hilfe, der vor Ort Tätigen Hilfsorganisationen.
Sie sind immer mehr darauf angewiesen, staatliche Hilfe zu suchen. So auch im Bereich der medizinischen Versorgung.
Genau hier haben wir mit diesem Frühjahrstransport angesetzt:

Das griechische Gesundheitssystem liegt mehr oder weniger am Boden. Selbst einfache Dinge wie Spritzen, Verbände, Handschuhe und Desinfektionsmittel fehlen.
Das betrifft natürlich auch der griechische Bevölkerung. Eine medizinische Versorgung ist kaum möglich.
Darum ist unser Ansatz, das Flüchtlingshilfe in Griechenland sich nicht allein auf die Geflüchteten beschränken kann, sondern eben weiter an der Basis anzusetzen.

Wir haben bei dieser Fahrt rund eine Tonne medizinisches Material an das Medical Center Polikastro sowie an das Krankenhaus in Sindos übergen.

Darüber hinaus hatten wir aber natürlich auch eine weitere Tonne Hilsgüter für das Leben in den Camps dabei, die wir an die Organisation "a drop in the ocean" für die Versorgung des Camps Nea Kavale weiter gegeben haben.
 

Anfahrt.

Chronik unser Tätigkeiten

3. Juni 2017

Unsere nichtmedzinischen Hilfsgüter, darunter Sommerkleidung, viele Hygienertikel, eine Nähmaschine, Stoffe ... und vieles mehr haben wir heute in Axioupolis an die Organisation a drop in the ocean ( https://www.facebook.com/drapenihavet/?pnref=story )
übergeben.
Herzlichen Dank sollen wir an Euch ausrichten!

A drop in the ocean betreut das Camp Nea Cavala, versorgt die Menschen mit allem Möglichen, was von den Menschen dort gebraucht wird. Tolle Menschen haben wir hier mal wieder kennen gelernt.

Bei dem reinen übergeben von Spenden haben wir es heute aber nicht belassen. Das alte Lager von a drop in the ocean in Thessaloniki musste geräumt werden und in ein Neues in Polikastro befördert werden. So hatten wir die Gelegenheit kräftig mit anzufassen, die Sachen in unseren LKW zu laden und am Ziel wieder auszuladen.
Ein schönes Workout bei 30° im Schatten.

Das macht mal wieder deutlich, dass bei der Flüchtlingshilfe hier in Griechenland auch immer jede Menge Logistik dahinter steckt.

Wir haben großen Respekt vor der Arbeit, die hier geleistet wird. Manche sind schon seit Monaten hier, andere kommen immer mal wieder für ein paar Wochen her, um mit anzufassen.

Das ist schlicht internationale Solidarität, wie sie dringend gebraucht wird.

 


2. Juni 2017
 

Gestern haben wir begonnen, die Spenden auszuliefern.
Wir trafen unsere Kooperationspartner von drop in the ocean, die u.a. im Camp Nea Kavala aktiv sind und luden aus. Wir erfuhren, dass in Nea Kavala inzwischen gut 500 Menschen leben.

 

 

Bei unserem letzten Besuch im Oktober waren es mehr als 80% Geflüchtete aus Syrien. Jetzt sind es nur noch ca. 40% Syrer, viele Geflüchtete aus afrikanischen Ländern und Push Backs aus europäischen Ländern.

Geplant ist, u.a. das Camp Nea Kavala zu schließen und die Menschen in Wohnungen unterzubringen. Das kann nur klappen, wenn es private Finanzierungsgeber dafür gibt. Das klingt ziemlich schwierig, dennoch konnten auf diese Weise schon Hunderte aus den Camps ausziehen. Wir drücken die Daumen, dass es weiter voran geht.

Dennoch bleiben viele Fragen offen: wie sollen sich die Menschen in Griechenland integrieren? Welche Chancen haben sie, dort wirklich anzukommen?
Die Kinder werden beschult: bisher noch in einer Art von Integrationklassen; im Herbst soll mit gemeinsamen Unterricht mit griechischen Kindern begonnen werden. Für Erwachsene gibt es jedoch nur die Möglichkeit online Englischkurse zu machen. Das scheint für eine Bleibeperspektive in Griechenland nicht besonders zielfuehrend zu sein.

Darüberhinaus​ helfen Angebote der NGO's, die sich um die Geflüchteten kümmern. So scheint das ehrenamtliche Engagement der NGO's auch weiterhin sehr sehr wichtig zu sein.

5. Juni 2017

Viele kompetente und fleissige Hände waren heute dabei, um rund eine Tonne medizinisches Material - von Inkontinenzunterlagen über Kompressen und Einmalhandschuhen bis zu Geräten aus einer aufgegebenen Praxis zu sortieren.

Dies alles sind Spenden aus der Region Norddeutschland, die uns von Euch anvertraut wurden und dessen Transport ihr uns ermöglicht habt.

Mit dabei waren ein Team vom Medical Center Polikastro (Nordgriechenland), unsere griechischen Freunde Maria und Nikos, die ganz viel Vorarbeit hier vor Ort geleistet haben, in dem sie die Konktakte zu den Medizinern aufgebaut und ein Lager organisiert haben. Ausserdem ein Vertreter der Polizei in Idomeni, gemeinsam mit seiner Frau. Die Polizisten an der Grenze sind häufig die ersten, die sogenannte "Pushbacks" (Geflüchtete, die versucht haben über Mazedonien weiter Richtung Zentraleuropa zu kommen, aufgriffen und zurück geschickt werden) versorgen. Nicht selten haben die Pushbacks Verletzungen, die dann beispielsweise im Medical Center Polikastro weiter versorgt werden.

Der grösste Teil der Spenden geht an das Krankenhaus Kilkis, zumal in Polikastro nur die ambulante Erstversorgung stattfinden kann.
Große Begeisterung löste bei den Medizinern das Ultraschallgerät aus, ebenso Dinge, die scheinbar selbstverständlich sind, wie Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. Verbände, Spritzen, Decken Stomamaterial. Es gibt nichts, was nicht gebraucht wird.

Die Polizei hat sich am Ende mit Plastikhandschuhen und Coolpads begnügt.

6. Juni 2015

Polikastro - Medical Health Center

Jetzt ist es so weit. Nach dem Sortieren, gemeinsam mit Ärzten und medizinischem Fachpersonal, sind die Hilfsgüter im Medical Health Center durch uns angeliefert und übergeben worden.

Freude und Dankbarkeit dürfen wir hier erleben ♥

Nicht zuletzt für diesen Tag haben wir in den letzten Monaten den Transport vorbereitet. Schön ist es zu sehen, wie groß die Freude über die Spenden ist!
 

Das ist das lachende Auge, denn auf der anderen Seite ist es schon recht deprimierend zu sehen, dass die Sachen überhaupt gebraucht werden. Es fehlt schlicht an dem Geld, die notwendigsten Dinge einzukaufen.

Unsere Motivation ist ja auch gerade, dass wir gesehen haben, wie gut die gezielte Hilfe für Refugees sich im Laufe der letzten eineinhalb Jahre organisiert und strukturiert hat, tolle Organisationen sind hier unterwegs und leisten eine sehr, sehr gute Arbeit. Wo es weiterhin fehlt, ist die Grundversorgung in den medizinischen Einrichtungen. Für die Griechen UND die Refugees.

Die Camps hier in Griechenland werden nach und nach geschlossen, Flüchtlingsfamilien bekommen Wohnungen. Die Menschen sind nicht mehr so sichtbar, wie sie es in den Camps waren.
Doch die Versorgung muss weiterhin gewährleistet werden. Und genau hier haben wir nun zum ersten Mal angesetzt: Die Gesundheitsversorung hier braucht eine breite Unterstützung!
Die leitende Ärztin erzählte uns, dass ihr Budget innerhalb von 4 Jahren um 75% reduziert wurde: An vielen Stellen sind die Mediziner nicht mehr arbeitsfähig. Zu den einheimischen Griechen kommen nun die neuen Nachbarn hinzu, die ebenfalls medizinisch versorgt werden wollen, sollen und müssen.

Nach offiziellen Angaben leben derzeit zwischen 40 und 60.000 Geflüchtete in Griechenland.
Im Camp Nea Kavala bei Polikastro leben zur Zeit 500 Menschen, davon 40% Syrer, der Rest teilt sich in 24 Herkunftsländern auf.
Die Situation, mitten in einer wirtschaftlich für Griechenland sehr angespannten Zeit, bleibt voller Herausforderungen. Auf Jahre hinaus.



 

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© Christian Grosseholz